Spider Murphy Gang, support: The Kickstarters

August 1977 stirbt der King of Rock ́n ́Roll in einer kleinen Klinik nicht weit von seinem Ghetto Graceland. Millionen trauern um Elvis, auch in Deutschland, wo Eingeweihte von seinen heimlichen Auftritten als GI erzählen. Seltene, vergilbte Fotos zeigen ihn als Oldie- Sänger in Uniform an verstimmten

Boogie-Pianos in überfüllten Clubs am ostbayerischen Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Eigene Hits singt Elvis dort allerdings nie - der wohl berühmteste Rekrut aller Zeiten hält sich an seine Absprache mit der US Army...

Auf Elvis Spuren
In diesen "Ami-Schuppen", in denen oft die Schlagstöcke der Military Police den Takt angeben, spielt im selben Jahr eine junge "Music-Box-Band" die internationalen "Top 40" rauf und runter. Doch eigentlich zieht es Günther Sigl, Barny Murphy und Franz Trojan auf die Münchner Bühnen. "Wir wollten echten Rock ́n ́Roll machen - so wie Elvis und Chuck Berry." Mit Keyboarder Michael Busse, der an der Isar studieren will, verschwinden sie im Übungskeller. Heraus kommt die Spider Murphy Gang - getauft nach einer Zeile aus Presleys Klassiker Jailhouse Rock. "Ich hab' damals beim Üben die Plattenspieler-Nadel immer wieder zurück gesetzt", beichtet Barny Murphy, der als gelernter Fernmeldetechniker seinen Meister doch lieber an der "Stromgitarre" macht.

Erst mal Peanuts
Bis dann in der Siegesstraße der Siegeszug beginnt: "Memoland"-Manager Memo Rhein ist im Fasching `78 eine Band ausgefallen. Über Nacht heuert er für drei Gigs - und 800 Mark Gage - die weder aus der Presse noch aus Funk oder Fernsehen bekannte Gruppe für seinen Musikladen an. "Rocking Peanuts mit der Spider Murphy Gang" versprechen hastig
gedruckte Plakate, und im Club schüttet der Impresario großzügig drei Zentner Erdnüsse unters Volk. Von derlei Peanuts muss die SMG `ne Weile leben. "Doch es gab viel Laufpublikum in Schwabing und so sprach sich herum, dass wir Rock ́n ́Roll spielten. Bald standen wir jeden Sonntag auf dem Programm", erzählt Günther, "und unsere Gigs waren plötzlich ausverkauft."

Alle lieben Uschi
1979 hat die Gang endlich ihren ersten Plattenvertrag in der Tasche. Produzent Harald Steinhauer, der im "Memoland" hellhörig wird, fädelt die Aufnahmen bei einer Major Company ein. Kurioserweise schnürt die "Hausband" der Münchner Szene ihre "Rock ́n ́Roll-
Schuah" ausgerechnet bei der Kölner EMI. "Die LP entstand in zwei Wochen - samt Mix", erinnert sich Barny an diese Ära ohne Tricks und digitale Technologien.
"Sie hod an Stereo-Plattnspiela o und as Wohnzimmer-Liacht ausgmacht und de oide Rock ́n ́Roll-Scheibn is glaffa - de ganze Nacht...", besingt Günther 1980 ein munteres Münchner Madl namens Uschi. Und schon das erste "Rock ́n ́Roll-Rendezvous"- die ausgekoppelte Single - hat Folgen. Uschi knipst unermüdlich das Licht aus und verführt rund 50.000 Käufer dazu, die schwarze Scheibe auf den Dual-Dreher zu legen. "Damals haben wir uns immer gesagt: Wenn wir das mal schaffen, dann sind wir wirklich gut."

Die Nummer ist tabu
Trotzdem macht der "Skandal um Rosi" nicht sofort die Runde. Mundart-Rocker wie Wolfgang Niedeckens BAP oder Zeltinger werden zwar bundesweit populär, doch die Spiders-Crew misstraut schnellen Trends. Weil auch Nordlichter den Text verstehen sollen, wird "Skandal im Sperrbezirk" als Trailer der LP "Dolce Vita" (1981) ausgekoppelt. "Pech war nur, dass die Single nirgends lief", sagt Günther. Beim Bayerischen Rundfunk ist die heiße
Nummer sogar total tabu. Denn da geht's - unerhört - um "Nutten", die sich vor den Toren der Weltstadt mit Herz frustriert die Füße platt treten, während ihre beliebte Kollegin Rosi (Tel.: 32 16 8) ungeniert im von der "Sitte" überwachten "Sperrbezirk" Konjunktur hat.
Also wird als zweite Single "Schickeria" nachgeschoben. Und diese Abrechnung mit der hochnäsigen bayerischen "Bussi-Gesellschaft", die den Schnee so liebt und öfter mal im vergitterten "Hotel Stadelheim" residiert, löst prompt eine Lawine aus: Pünktlich zu Weihnachten holt schließlich der "Skandal" die "Schickeria" wieder ein und der EMI-Betreuer jodelt im schönsten Rheinländisch am Telefon: "Dat Ding zieht ab!!!"
Und wie: "Dolce Vita" schießt auf Platz 1 der LP-Charts, in denen zusätzlich das Debüt- Album auftaucht. 1982 startet dann die dritte LP "Tutti Frutti"- präsentiert bei einer bundesweiten Tour - in die Hitlisten durch. 96 Wochen lang knackt die Gang die Charts und sackt Gold und Platin ein. "Dolce Vita" geht rund eine Million Mal über die Ladentische und die Skandal-Single 750.000 mal. Von "Tutti Frutti" werden 500.000 Kopien gepresst und selbst die "R&R-Schuah" sind locker für die Marke von 300.000 gut.

Tanz auf dem Vulkan
Die Neue Deutsche Welle ebbt allmählich wieder ab, doch die Spiders mit ihrem hart erarbeiteten Sonder-Status im Music-Bizz entziehen sich diesem Sog. Ihre nächste Tour wird erneut ein Triumphzug, auch wenn die LP "Wahre Liebe" (1985) und die spöttische Single über den schneeweißen "Cadillac", der auf Pump über die Leopoldstraße säuselt, die Charts nicht mehr bis ganz oben aufrollen. 1986 pausiert dann die Band, bevor sie zum zehnjährigen Bestehen das Album "Überdosis Rock ́n ́Roll" abmischt.
Nach turbulenten Tourneen verlässt schließlich Keyboarder Michael Busse die Gang, um endlich sein lange aufgeschobenes Philosophie-Studium nachzuholen. Ohne ihn laufen 1988/89 im Münchner Pilot-Studio die Aufnahmen für die CD "In Flagranti" an. Schlagzeuger Franz Trojan und der Niederländer Johan Daansen riskieren komplexere Arrangements, ungewohnte Sounds und technische Finessen. Mit Titeln von "In Flagranti" und dem 1990 präsentierten Album "Hokuspokus" startet die Spider Murphy Gang ins nächste Jahrzehnt. Zum festen Line up gehören nun Keyboarder Ludwig Seuß aus Münchens erster Garde und
als zweiter Gitarrist Willie Duncan, ein waschechter Schotte mit Wahlheimat Regensburg, der trotz verdächtiger Gene nie mit Power-Riffs geizt.
1991 stehen die Spiders rund 50 mal auf großen Bühnen und untermauern ihre "zweite", ebenso erstaunliche Karriere: Der Hitparaden- wird zum Hallen-Seller. Allein bei der "Marquee"-Tour 1992 räumt die Gang vor mehr als 100.000 Konzertbesuchern ab. Zum letzten Mal lässt dabei Franz Trojan seine Snare knallen. Für ihn steigt Paul Dax ein, der sich zuvor bei anderen Rock ́n ́Roll-Bands in München gründlich "warm gespielt" hat.

Den "Skandal" können wohl (nicht nur) mehr Bayern auswendig mitsingen als ihre stolze Nationalhymne: "In München steht ein Hofbräuhaus, doch Freudenhäuser müssen raus..."
Party-Power pur - das ist es, was die Fans wieder und wieder wollen. Drei, vier Nummern und die Post geht ab. Eigentlich könnte die Gang ihr Set instrumental abspulen, denn das riesige Stammpublikum kennt jede Melodie, jeden Refrain, jede Geste. Und irgendwie, irgendwo, irgendwann sind diese Rock ́n ́Roll-Rituale zum Kult geworden.

Chuck Berry lässt grüßen
Im Jahr 2007 wird wieder heftig und ausgiebig gefeiert! Die Band lässt für ihr 30-jähriges Jubiläum in München im Circus Krone ein große Party steigen. Als Gäste mit dabei sind Willy Astor, Werner Schmidbauer/Martin Kälberer, Georg Ringsgwandl/ Nick Woodland, Viva Voce und Klaus Eberhartinger von der EAV. Das Bayrische Fernsehen zeichnet die umjubelte Show auf, die dann als DVD bei SPV "30 Jahre Rock 'n‘ Roll - Alle Singles“ mit dem Konzert, einem Backstage Film der München Tour und einem Film von Albert Krogmann aus dem Jahr 1982 veröffentlich wird.
Im November des Jahres kommt die Gang dann noch zu einer ganz besonderen Ehre! Die Spider Murphy Gang wird erstmals neben anderen großen bekannten Namen wie den Beatles oder den Rolling Stones auf der Webseite von Chuck Berry offiziell als „Covered Berry“ benannt und als Vertreter von Chuck Berrys Art des Rock ’n’ Roll gewürdigt. Neben
den Scorpions sind die Spider Murphys damit die einzigen dort gelisteten deutschen
Interpreten. Und weil das noch nicht genug der Ehre ist, wird seit dem Beginn der Bundesliga-Saison 2010/2011 das Lied „S Leben is wia Traum“ (1984) beim FC Bayern München auch noch als Torhymne verwendet.

München leuchtet
Das große Konzert zu 35 Jahre SMG findet im Rahmen der Veranstaltung „Sommernachtstraum“ im Juli 2012 als riesen Party im Münchener Olympiastadion vor 38.000 Fans statt. Vor dem Konzert bekommt die Band die Medaille „München leuchtet“ in Gold von Bürgermeister Christian Ude überreicht. „Es war sehr feierlich“, erinnert sich Günther. „Und wir waren schon ein bisschen gerührt.“ Das Konzert wurde trotz wechselhaftem Wetters zur Mordsgaudi und fast jedes Lied wurde von der Spider Crowd angemessen mitgesungen.


support: The Kickstarters
- Rock ́n ́Roll durch und durch - kein bisschen verstaubt - wild und doch ein Hauch von Gentlemen. Frische Rock´n Roll Songs - stampfende Rhythmen, fette Riffs, schöner Chorgesang und selbstredend ein cooler Auftritt zeichnet die jungen Musiker aus A´burg aus.

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Im Gewerbepark C 25, 93059
Regensburg
06 August , Montag 19:00

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